Patriarchat und Krieg

Auf dieser Seite wollen wir Texte veröffentlichen, die den untrennbaren Zusammenhang von Krieg und Gewalt gegen Frauen, bzw. nichtbinäre Personen behandeln. Das erste Foto zeigt die Trostfrauen-Statue „Yong-I“ (Die Mutige) stellvertretend für alle vergewaltigten Frauen im Krieg.

Über die „Trostfrauen“

Während des Asien-Pazifik-Kriegs (1931–1945) wurden Mädchen und Frauen vom japanischen Militär verschleppt und zur Zwangsprostitution gezwungen. Dies geschah in vielen verschiedenen Regionen Südostasiens, wie Korea und Taiwan, sowie bei niederländischstämmigen Frauen, die in Kolonien lebten. Dieses multinationale Ausmaß verdeutlicht, dass das System der japanischen Militärbordelle ein organisiertes Kriegsverbrechen war, das sich über weite Teile Asiens und darüber hinaus erstreckte. Es wurden sogenannte „Troststationen“ errichtet, bei denen sich die Soldaten an den Mädchen und Frauen so oft wie sie wollten vergreifen durften und auch dazu vom japanischen Militär motiviert wurden. Dadurch sollte den japanischen Soldaten „Trost” gespendet werden, so kam auch der euphemistische Name „Trostfrauen” zustande.

Artikel zu „Trostfrauen“-Statue „Ari“ in Berlin


Militar – Macht – Gender

von Margot Mehlis in: „Ausdruck“, Magazin der Informationsstelle Militarisierung (IMI)

Wir leben heutzutage nicht nur in einem Patriarchat, sondern, wie die feministische Kulturwissenschaftlerin bell hooks es formulierte, in einem „imperialistischen, kapitalistischen Patriarchat weißer Vorherrschaft“. Es ist notwendig, zu sehen, dass Imperialismus, Kapitalismus, Sexismus und Rassismus zusammenwirken. Dabei ist es hilfreich, einen Blick auf den Ursprung dieses Patriarchats von heute und die Einführung der Binaritäten zu werfen. Die Politikwissenschaftlerin Claudia Brunner sieht die heutigen Kriege als ein Erbe der 500 Jahre andauernden kolonialen Gewaltgeschichte, die mit den Anfängen des Kapitalismus verbunden sind.

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Petromaskulinität: Interview mit Cara Daggett

Aus: medico rundschreiben

Die fossile Brennstoffindustrie ist nicht nur ein wirtschaftlich-technisches System. Sie ist Teil eines umfassenden Geflechts von Privilegien und Hierarchien, das seit Jahrzehnten kulturelle Bedeutung prägt. Geschlecht und Energietechnologien bedingen sich gegenseitig. Sie führten zu neuen Formen der Arbeits- und Wohnorganisation, die eine moderne Geschlechterordnung mit industriellen „Ernährer“-Ehemännern, die von Hausfrauen unterstützt werden, stärkten. Dies ist Teil dessen, was die deutsche Ökofeministin Maria Mies die „Hausfrauisierung“ der Welt nannte. Petromaskulinität bezeichnet die Konvergenz von Autoritarismus, fossilen Brennstoffen und patriarchaler Macht. Diese politische Formation begreift die Welt als Rohstoff und maßt sich das Recht an, auf ihn zuzugreifen, ihn auszubeuten und zu vernutzen.

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